Die Wasserdame
Eine weiße Schlinge kriecht durch ihre Mitte.
Sie schnürt sich um das Kreuzbein fest,
sie bohrt sich dort ein neues Nest
und rollt bis in den Unterleib hinein,
denn sie meint sie wäre hier daheim.
Hier, wo nicht dort ist.
Dort, wo nicht hier ist.
Die Frau träumt von beiden Orten.
Die Sehnsucht nagt an ihren Lippen,
wie das Schilf das sich zum Himmel reckt
und das Wasser zieht an ihren Rippen,
wie die Schlinge die in ihr steckt.
Die sie mit dem Hier bedeckt,
selbst wenn sie das Dort zur Dämmerung schon weckt.
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Ich gebe sie dir, meine Armbeuge.
Den Unterarm? Meinen Unterleib?
Vielleicht mein weißes Kleid?
Ich schenkte dir selbst meine Atemluft,
wenn du nur meinen Platz einnimmst in dieser Bucht.
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Haucht dieses Geschöpf aus der Wasserschlucht,
im Steinbruch ihrer Ohmachtsflucht.
Dort wo sich der Wind verklebt,
sich Licht verrät und Blässe zergeht.
Dort ist der Ort der Einsamen,
all jener die keinen Namen haben.
Die, die keine Farben tragen,
aber doch zu träumen wagen.
Eine (zufällige) Interruption eines alten Zusammenspiels.
Dezember 2021
©Felodeli