Endlosbrunnen
Und der Tod schreit jeden Tag in meinen Kopf hinein.
So wie der Wind jede Fuge findet und durch alle Ritzen des Hauses bläst,
so brüllt er sein lautes Echo vor und nach jedem meiner Gedanken.
Dauerbrummen. Dauersurren. Dauernd klirren. Leises klingeln.
So süß klingt es, so zart, so schmächtig und dann knarrt, drischt und schlägt es.
Pfeift und schießt durch's ganze Haus, unter die Haut,
auf den Schädel und biss in die Brust hinein.
Dann rieche ich die verworrene Kindheit
und spüre wie das Leben neben mir atmen,
während der Tod mit dem Wind ein Lied spielt.
Das Lied von Zeit und Zeitpunkt,
von Dauer und Stillstand,
vom Währen und Vergehen.
Und so singt er:
Es kommt die Zeit Vergangenheit, das Ende der Unendlichkeit,
von der doch jeder weiß, dass sie weder Schlusslicht hat,
noch blauen Himmelsscheiß.
Es ist bloß Transformation von Information,
evolutionäre Koordination oder einfach natürliche Selektion.
Wie Sekretion, eine Absonderung vom Sonderbaren wie dem Wunderbaren,
vom Wundervollen wie dem Sündenvollen,
von süßer Zärtlichkeit wie rauer Bitterkeit.
Es ist die Ausscheidung des Weltlichen ins Weltliche.
Wesentlich, weil elementarische Elimination
eigentlich endlos ist.
Auszug aus dem TЯagebuch.
August 2021