Omparinnun⅁

Trüge der Tod ein Kleid,

so würde man meinen, es wäre schwarz, dunkel oder einfach nur grau.

So, wie man meinte, die Wolken wären weiß und der Himmel blau.

Aber sieht man genauer hin, so erkennt man,

dass blau nicht nur blau und weiß nicht nur weißnicht ist.

Sondern gelb, grün, rosa und flau.

Manchmal aber auch ocker-orange oder cremefarbenbraun,

rostiges Rot, tückisches Türkis und nicht zu vergessen:

Lieblingslilanot.

So farbenfroh, wie der blaue Himmel ist und weiße Wolken sind,

so bunt blüht der vermeintlich schwarze Tod.

Und es ist doch wohl bekannt, dass Schönheit vergeht wie Blumen welken

und dass das Leben zerrinnt, so wie Schrot in den Hängen klingt.

Doch die Sonne strahlt weiter auf dein Gesicht.

Ich erinnere mich, du warst so hübsch wie nie zuvor.

Und ein süßlicher Duft stieg mir in die Nase.

Purpurne Veilchen schmückten dich 

und deine Königsaugen leuchteten selbst durch schwarzen Himmel

und die aschfahle-aschige Wolkenschicht.

Tausend Worte wären nicht genug.

Tausend Tränen wären nicht genug.

Das Leben ist nicht genug.

Aber das Gewitter ist auch nur Teil des Ganzen

und so wie es donnert und blitzt, schüttet und schneit,

strahlt ein Sonnenschein tausend Farben weit.

Deine Pupillen sprechen seine Sprache.

Dein Blick verrät, was du verstehst.

Es braucht den Tod.

Ohne ihn gäbe es weder Worte, noch Tränen.


Ich danke dir.

Für deinen Mut.

Für dein Rufen in der Stille.

Danke, für dein Lieben aus der Ferne.

Für dein wildes Schweigen.

Deine Stärke.

Dein Leben

und deinen Tod.

Ich danke dir, an diesem Tag der Erinnerungen.

Tropfen 

für Tropfen.


Ja, und auf dem Weg dorthin?!

Da sind wir frohgesinnt,

lachen und klingen, 

springen und wringen,

ein sing-sang gebärender Tanz.

Wie du.

Gerade eben.

Ganz bestimmt.


Es grüßt,

ein Enkelkind.

♥

In Erinnerung an mein Großeltern.

Jänner 2020