Pusteblumen

Es weht der Wind in der schwarzen Nacht,

so sanft und leicht, er haucht und schleicht

und kitzelt Blumen, Blüten und Gebüsch.

Frisch verträumte Blumenherzen

säumen den Kummer wie Grabkerzen

und im Taumel dieses Traumes schwanken sie als sei’s ein Fieber,

ihre Blätter fliegen auf und nieder.

Ein wildes Geflatter, ein heftiges Ringen,

ja, als möchten sie sich um die Erde bringen.

Zur Blüten Wonne Richtung Sonne.

Vom idyllischen Rauschen der Nacht

sinnlich entfacht und um die Erdgebundenheit gebracht.

Oh schwarze Düsternis, vergiss nur nicht:

Wie Silberfäden an dir hingen

und dass auch Blütenblätter Tränen bringen.

Dass ihre Tropfen nicht auf die Erde fallen,

sondern im leeren Raum widerhallen

und dass ihr Wimmern lautlos ist,

nur ein Schimmern zeugt von ihrer Zwist.

Der Mond bescheint blanke Zerrissenheit

genauso wie geballte Verbundenheit

und in der vollen Dunkelheit

leuchten dünne Fädchen breit.

Der Wind hat sie hierher getragen.

Allein, zu zweien, zu dritt.

Oh Finsternis vergiss nur nicht:

Im Netz des Lebens ist schon alles möglich.

Es haucht ein Sturm in der warmen Nacht,

mal verträglich, mal erträglich,

mal fürchterlich verwunderlich

oder unglaublich friedfertig.

Wie niedlich,

so lieblich.

Kartenkärtchen.

Mai 2022

©Felodeli