WalLegenden
Auf dem Rücken einer versunkenen Weisheit
sprießt die Erkenntnis, das in Blut getränkte
Blütenkörbe unverkennbar durch den Winter wandeln.
Langsam, schwer und träge.
Aber beispielhaft mild.
Wie der flüchtige Tanz des ersten Schnees
an einemsonnigen Novembermorgen,
oder ein verschüttetes Glas Milch unter einer Felldecke.
Da hat sich die Dunkelheit verschluckt.
Und dann... eine Lawine.
Der Atem stockt, er friert,
stößt auf, taucht ab.
Sind sie nicht ungeheuerlich stark?!
Diese zarten Stängel, mit ihren feinen Wurzeln,
fest verankert im Rückgrat der Tiefsee.
Sie wollen leben. In der Endlichkeit ankommen.
Ruhen.
Doch abermals kommt das Gesicht ins Rollen.
Ein Streifen nach dem anderen löst sich ab,
verschwimmt mit Polster, Pelz und Bett
und schmiert sich die süße Milch
in den Rachen der Not.
Körnig entsteht Zuneigung
zum rauesten unserer Gefährten,
dem Schmerz.
Aus ihm spricht nicht mehr und nicht weniger
als unser Verständnis von Liebe.
Ein sanftes Gleiten hier,
ein tröstendes Schwimmen dort.
So beispielhaft mild.
Adieu, du fantastischer Trieb der Verwandlung!